Sonntag, 14. Februar 2010

Wochenende

Das Wochenende ging sehr schnell vorbei. Da hier freitags auch bis um 17 Uhr gearbeitet wird, verkürzt sich das Wochenende gleich nochmal. Nachdem ich mir meine erste Magen-Darm-Verstimmung geholt hatte, war mein Freitag sowieso gelaufen. Ich war abends brav dabeim und habe Nudelsuppe gegessen, viel mehr kann ich mir mit meinem Wasserkocher auch nicht zubereiten. Später kam dann Boris noch vorbei, da bei ihm gerade kein Internet funktioniert und er, da er sich hier selbstständig machen will, darauf angewiesen ist. Wir haben dann noch die Hotelbar, ein Kühlschrank mit Getränken am Pool, genutzt und überlegt, was man die nächsten Wochenenden hier noch so machen kann. Ohne Auto ist das aber gleich ziemlich teuer und in der Stadt selbst gibt es eigentlich nichts.

Am Samstag morgen habe ich mich dann mal aufgemacht einzukaufen. Da die Läden unter der Woche nur bis 17 Uhr aufhaben, muss ich zwangsläufig am Wochenende los ziehen. Es war aber so heiß, dass ich mich auf das Nötigste, nämlich Wanderschuhe, beschränkt habe. Viel Auswahl war nicht vorhanden, also habe ich mich für dieses bequeme Paar entschieden, dass ich jetzt bald einlaufen muss. Denn vom 5. bis 14. März werde ich eine Campingsafari durch Botswana und dem Caprivi Streifen zu den Victoria Fällen machen. Mehr dazu dann, wenn es soweit ist.


Danach war ich noch in Café Zoo, wo man sehr schön im Schatten sitzen kann. Die tolle Lage spürt man aber auch in den Preisen.

Mittags hat mich dann Sakkie abgeholt und wir sind Pizza essen gegangen. Die Pizza war echt lecker und so riesig, dass ich mich den Rest der Woche noch von Pizza ernähren kann. Er hat mir dabei viel über sich erzählt. Er gehört zum Stamm der Oshivambo, die im Norden Namibias leben. Seine Familie musste mehrere Jahre im Exil in Sambia leben und sein Vater ist während des Unabhänigkeitskampfes gestorben. Außer seiner Mutter und einem Geschwister lenen inzwischen alle (insgesamt waren es mal 7 Kinder) in Windhoek oder Swakopmund wegen der Arbeit. Die Oshovambo haben inzwischen im Land das Sagen. Der Präsident und ich vermute mal auch viele Minister und andere Personen in wichtigen Ämtern sind Oshivambos.
Nach dem Pizza essen sind wir dann ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Die Geschäfte waren inzwischen alle geschlossen und somit war nichts mehr los und damit mein ich wirklich nichts mehr. Außer Security hat man kaum einen Menschen gesehen.

Sakkie und ich in der Fußgängerzone an einem Brunnen ohne Wasser.



Anschließend sind wir ins Kasino des Kalahari Sand Hotels. Dort arbeitet Sakkies jüngste Schwester Rosalia als Kellnerin. Wir wurden dann zu einem Tee und Saft eingeladen und konnten dort etwas Fußball schauen. Es lief auf dem einen Bilschirm FA Cup Manchster City gegen Stoke City und auf dem anderen Rugby.

Abends hat mir Sakkie dann noch gezeigt wo er wohnt. Nachdem was er bisher erzählt hatte, habe ich eine WG erwartet. Er hat immer von einem Haus gesprochen, wo er ein Zimmer hat und er sich mit den anderen das Badezimmer teilt. Ganz so war es dann doch nicht. Das Haus sah von außen ganz schön aus, dann ging es hinters Haus, wo im Bush einfach mal etwas zusammen gemauert wurde. Und in diesen Mauern befindet sich das Zimmer. Es ist ca. 9m² groß und man hat kaum Platz sich zu bewegen. Mit einem Bett, einem Schrank, einem Kühlschrank, Mikrowelle und Fernseher ist das Zimmer voll. Die Zimmer werden von der Regierung vermietet, die sich aber nicht groß darum kümmmern. Daher ist es auch schon ziemlich heruntergekommen. Auf den Besuch der Toilette hab ich nach einem kurzen Blick rein, dann auch gerne verzichtet. Sakkie würde dort auch gerne ausziehen, aber billiger Wohnraum in Windhoek ist sehr schwer zu bekommen.
Wir haben dann Fernseh geschaut. Es kam gerade Dick&Jane, wobei die Werbung, die alle 15min kommt, doch sehr nervig war. So ging dann ein sehr interssanter Tag zu Ende.

Heute war ich mit Trywell im Park. Trywell ist Sambier und ich habe ihn in der Mittagspause kennengelernt, als ich spazieren war. Er spielt hier in der 1. Fußballliga bei den Ramblers und hat davor in Deutschland beim 1.FC Köln II, in Düren und in Schweden gespielt. Zuerst waren wir im Park beim Titenpalast, dem Parlament und dann im Nationalmuseum.

Blick auf den Tintenpalast


Der Park vor dem Tintenpalast


Independence Museum, wird wohl bis zum Independence Day am 21.März nicht mehr fertig


vor dem Tintenpalast


die springen hier in Massen rum


National Council


Im Museum


Trywell


unbekannter Baum

3 Kommentare:

  1. Hi,
    das hört sich ja wirklich interessant an! Freut mich, dass es dir so gefällt.
    Wo sitzt du denn da drin, ist das eine Art Boot?
    Grüße aus dem kalten und ungemütlichem Dover,
    Jo

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  2. Hallo Katharina,

    der Baum ist ein Leberwurstbaum.

    Die Früchte, die Rinde und die Wurzeln werden von den Einheimischen zur Herstellung von Heilmitteln verwendet. Sie werden zur Heilung von Bandwürmern, Geschwüren, der Ruhr, Rheuma und Syphilis eingesetzt. Der Stamm des Leberwurstbaums wird in der Region des Okavangodeltas zur Herstellung von Mokoro-Einbäumen verwendet.

    Die von der Form der Frucht hervorgerufene Assoziation spielt eine Rolle bei Anwendungen mit dem Ziel der Bruststraffung oder Brustvergrößerung (Senegal) oder Penisvergrößerung (Venda).
    (Wikipedia ist ganz schön schlau)

    Liebe Grüße
    Suse

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  3. oh, interssanter Baum. In so einem Mokoro werd ich bald auch durchs Okavangodelta fahren:)

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