Heute ist hier Constitution Day. Vor 20 Jahren wurde die Verfassung Namibias verabschiedet und etwas später, am 21. März 1990, wurde Namibia unabhängig. Die Öffentlichkeit bekommt davon allerdings nichts mit, der Unabhängigkeitstag ist natürlich viel wichtiger und wird groß gefeiert. Darauf bin ich schon gespannt. Ich hab das ganze heut nur mitbekommen, weil wir für die Unterzeichner der Verfassung eine Festvernastaltung organisiert haben. Heute morgen musste ich die Programme für die Veranstaltung ausschneiden, ich hab selten so schlechte Scheren gehabt! Und mittags waren wir dann in dem Hotel, wo die Veranstaltung stattfindet um zu schauen, ob alles vorbereitet ist und noch einen Informationsstand aufzubauen. Vorbereitet war zwar einiges, aber das meiste war falsch. Elizabeth hat sich total aufgeregt. Sie war morgens schon da und hat bemerkt,was alles falsch war, und bis wir um halb 3 da waren, hatte sich daran noch nichts geändert. Als wir dann da waren, ging aber alles recht zügig. Wir haben die Programme auf den Tischen verteilt und auf einem Tisch im Foyer Informationsmaterialien ausgelegt, Broschüre über den Ombudsman in verschiedenen Sprachen, Zeitung über die Rechte der Kinder und die namibische Verfassung. Der Ombudsman ist Gastgeber der Veranstaltung und Festredner ist u.a. Theo-Ben Gurirab, vielleicht sagt das jemanden was, zur Zeit Premierminister. Das ganze findet in einem 4 Sterne Hotel statt.
Da ich schonmal da war, hab ich mir das Hotel gleich etwas angeschaut. Es hat mich stark an Hotels am Mittelmeer erinnert, nur dass hier das Meer fehlt. Der Pool war im Gegensatz zu dem Planschbecken in meiner Unterkunft richtig riesig. Geschwommen ist aber niemand, hier macht man ja auch kein Badeurlaub. Und für Touristen liegt es eigentlich ziemlich ungünstig, da es sehr weit von der Innenstadt entfernt ist. Trotzdem ist es grad bei Deutschen wohl sehr beliebt.
So nun noch ein bisschen was zum Wochenende. Mein erstes Wochenende hier war sehr entspannend. Am Samstag war ich mit Boris, mit dem ich abends ja schonmal weg war, und seinem Vermieter Ralf(ein inzwischen eingebürgerter Namibianer aus Krefeld) unterwegs. Erst haben wir eine Matratze für Boris gesucht und sind daher nach "Chinatown". Das waren ein paar Baracken in denen es so furchtbar gestunken hat, dass man gar nicht rein konnte. Die Matratzen lagen zum Glück davor, hatten aber so eine schlechte Qualität, auch wenn sie nur ca. 15€ gekostet haben, dass wir weiter sind. Wir sind dann in die größte Shopping Mall Windhoeks. Hier ist das Publikum(überwiegend weiß) und die Preise gleich ganz anders. Hier war die Matratze dann zu teuer, sodass wir in ein Cafe gegangen sind. Danach waren wir noch im SPAR einkaufen, auch dort sind die Preise höher als in den anderen Supermärkten und es gibt viel deutsches. Ralf hat dann gemeint, ich könnte abends mit essen und daher bin ich dann den ganzen Tag bei Ralf und Boris gewesen. Wir haben die Bundesliga verfolgt und abends Lamm gegrillt. Das war echt lecker und da ich mir in meinem Zimmer nichts kochen kann eine wilkommene Abwechslung.
Am Sonntag war ich dann am Pool, ich muss gestehen drin war ich immer noch nicht. Aber der ist einfach so klein, dass ich gar nicht weiß, was ich denn machen soll, wenn ich drin bin. Schwimmen geht auf jeden Fall nicht. Sonntag Nacht hat es dann das erste Mal geregnet bzw. gewittert. Das war ein richtiges Sommergewitter, so dass ich nicht schlafen konnte. Heute ist es aber wieder sehr sonnig und heiß gewesen. Ich bin schon etwas braun geworden und sehr stolz, dass ich bisher keinen Sonnenbrand habe.
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