Die 2 Tage in Okahandja waren sehr interessant und ich habe sehr viel erfahren, sodass wenn ich über alles berichten würde, wahrscheinlich niemand bis zum Ende lesen würde. Daher heute nur das Wichtigste.
Am Donnerstag Morgen ging es also los. Für mich das erste Mal raus aus Windhoek, abgesehen mal vom Flughafen, der auch außerhalb liegt. Die Straße nach Okahandja ist sozusagen die Autobahn Namibias, geteert und für die ersten 15km sogar 4-spurig. Dementsprechend waren wir auch mit ca. 150km/h unterwegs, gestoppt nur durch die Straßensperre, die auf jeder Ausfahrtsstraße aus Windhoek vorhanden ist. Außer Rinder und Schafe hab ich leider keine Tiere gesehen, da alles Farmland ist.
In Okahandja waren wir dann im Okhandja Country Hotel untergebracht, früher hieß es Lodge, aber fragt mich jetzt bitte nicht, was der Unterschied ist.

Zuerst hab ich die Kollegen von den anderen beiden Büros kennengelernt, zu meiner Überraschung war noch eine weiße Frau dabei, und dann ging der offizielle Teil los. Zuerst hat uns der Ombudsman begrüßt und dann gab's auch schon Teepause. Danach haben die Chief Investigator berichtet, was sie im letzten Jahr gemacht haben. Und dann gab's auch schon Mittagessen, viel Fleisch!
Nachmittags haben wir uns dann in Investigator und Verwaltung aufgeteilt. Ich war bei der Verwaltungsgruppe und wir haben Probleme gesammelt. Hier ein paar Beispiele:
- in Oshakati besitzt jeder den Code für den Safe, da sind die Autoschlüssel mit Auto dann schonmal verschwunden
- es gibt keine Stellenbeschreibungen und niemand weiß wofür er eigentlich zuständig ist
- die Gehaltsschecks müssen vom Ministerium abgeholt werden und dann an die Mitarbeiter ausgehändigt werden
- die Putzfrauen haben sich beschwert, dass der Ombudsman sich nicht nach ihnen erkundigt und sich nie bei ihnen blicken lässt
- es gab eine große Diskussion, bis zu welchem Verwandtschaftsgrad man in einem Todesfall frei bekommt (Trauerfeiern dauern hier meherer Tage und enden mit einem großen Festmahl)
Danach habe ich mich noch sehr interessant mit Jorina unterhalten. Mit ihr hab ich mir das Zimmer geteilt und sie ist die andere Weiße. Da hat man dann schon gemerkt, dass es riesen Unterschiede zwischen Schwarzen und Weißen gibt. Sie hat mir zum Beispiel erzählt, dass sie sehr erleichtert war, als sie gehört hat, dass ich weiß bin. Oder als es um die Einschulung ihres Sohnes ging und zur Wahl eine weiße Privatschule oder eine staatliche Schule stand. Nachdem noch 2 andere weiße Kinder eingeschult wurden, durfe er dann auch auf die staatliche Schule gehen.
Sie hat mir auch noch erklärt, wer im Büro zu welchem Stamm gehört. Für mich waren bisher alle ganz Schwarzen Oshivambo und die anderen konnt ich nicht so genau einsortieren. Nun weiß ich, dass die schwarzen von zig verschiedenen Stämmen kommen und man am Nachname erkennt, wer von welchem Stamm kommt, und die "helleren" sind alle Coloureds/ Bastards. Die Coloureds sprechen alle Afrikaans als Muttersprache und die Schwarzen eben ihre Stammessprache und zusätzlich noch Afrikaans(außer Throda, sie und ich waren die beiden, die nichts verstanden haben). Alle können eigentlich auch noch Englisch, wobei man da sehr starke Unterschiede hört. Je höher der Bildungsabschluss, desto besser auch das Englisch. Nur bei den Putzfrauen reichen die Englischkenntnisse nicht um eine Unterhaltung zu führen.
Nach dem Abendessen habe ich mich noch lange mit dem Ombudsman unterhalten. Er ist echt ein klasse Typ, total nett und überhaupt nicht abgehoben. Und er erzählt sehr interessante Geschichten. Erst hat er von seinen Besuchen in Deutschland und Europa erzählt, als sie das erste Mal mit einer Straßenbahn gefahren sind oder mit dem Nachtzug, weil er Zug fahren so toll findet und nicht fliegen wollte. Von seinen Besuchen in anderen afrikanischen Ländern hat er auch noch einiges erzählt, dass er normalerweise im Bed&Breakfast übernachtet, aber als er nach Angola kam, wurde er in einem Luxushotel untergebracht, bekam einen eigenen Chauffeur und Eskorte, von allem eben nur das Beste. Über Namibia hat er einiges zur Politik erzählt. Jeder der ein Amt inne hat, wird hier mit "Honourable" angeredet und man darf ja niemanden bei den Begrüßungen vergessen. Die Nationalhymne wird vor jedem offiziellen Treffen etc. gespielt und damit nicht genug, die Afrika Hymne wird auch noch gespielt. Das reicht allelrdings immer noch nicht, am Ende werden beide Hymnen nochmal gespielt.
Der zweite Tag lief so ähnlich ab. Es gab wieder viel zu Essen und es wurde viel geredet und nichts getan. Wir haben noch eine kurze Einführung in Projektmanagement bekommen und mussten dann Vorschläge für Projekte in diesem Jahr erabeiten. Das war für mich sogar mal was, wo ich mitreden konnte. Nachmittags war dann Personalversammlung. Hier hat eigentlich nur Eileen berichtet, wie weit der Stand der Problemlösungen ist. Vor allem ging es um die neuen Büros, die in Swakopmund, Otjiwarongo und Katima eröffnet werden sollen, und um Beförderungen.
Abends hatten wir dann ein Braai(Grillen). Das war sehr lecker, Lamm, Hähnchen, Spare Ribs, nur das typisch namibische Essen, Milli Pap(fester Porridge), hat nicht geschmeckt.
Hier noch ein paar Fotos:
mit dem Ombudsman

alle Mitarbeiter (außer die Fahrer Sakkie und Boois und Elizabeth)

Christa

Anita

Oiva aus Oshakati und Jorina aus Keetmanshoop

Termitenhügel