Mittwoch, 3. März 2010

Auf geht's zu den Viktoriafällen

Am Freitag geht es endlich los, meine erste größere Erkundungstour. Ich werde für 10 Tage eine Campingsafari machen. Die Reise geht durch Botswana und den Caprivistreifen bis zu den Viktoriafällen. Außer den Viktoriafällen werde ich noch das Okavango Delta, das Mahango Reserve und den Chobe Nationalpark sehen.


Besonders gespannt bin ich auf die Campingplätze. Ich erwarte einfach mal das Schlimmste, dann kann es nur gut werden. Aber der Reiseveranstalter mit dem ich geh, ist hier sehr bekannt und man hört nur Gutes.
Ich hoff auch, dass das Wetter mitspielt, da März noch Regenzeit ist und es im Norden schon recht viel regnet und dieses Jahr ein besonders nasses Jahr ist. In der Zeitung habe ich heute gelesen, dass das Hochwasser für den Zambesi Mitte März erwartet wird. Da werden die Viktoriafälle wohl viel Wasser haben. Naja, ich lass mich überraschen und werde wenn ich zurück bin ausführlich berichten.

Montag, 1. März 2010

Wochenende in Windhoek

Dieses Wochenende begann schon Freitag mittags. Ich habe die wohl einzige Cocktailbar Windhoeks ausprobiert. Ich muss aber gestehen, dass ich schon wirklich bessere Cocktails getrunken habe. Dafür kann man sich über die Preise(ca.4€) nicht beschweren. Abends war dann in meiner Unterkunft Grillabend. Es gab Salat, Kartoffelgratin und natürlich Fleisch. Diesmal gab es Oryx, was ich bereits kannte, Eland und eine Wurst. Es war super lecker, besonders Eland hat mir geschmeckt. Und das nette an dem Abend war, dass noch eine Reisgruppe da war, die gerade von ihrer 3 wöchigen Rundreise zurück gekommen ist und ihren letzten Abend dort verbracht haben. Dann hatte ich auch noch nette Unterhaltung.
Am Samstag hatte ich vor einen kulturellen Tag zu machen. Zuerst wollte ich in die National Art Gallery und dann zur Alten Feste, wo es auch ein Museum gibt. Jedoch musste ich feststellen, dass mein Reiseführer von den Öffnungszeiten hier gar keine Ahnung hat. Bei der National Art Gallery angekommen, stand ich vor verschlossenen Türen. Leider hat die Gallery samstags zu. Also ging es weiter am alten Präsidentenpalast vorbei, wo ich gezwungen wurde die Straßenseite zu wechseln, zur Alten Feste. Dort erwartete mich erstmal eine positive Überraschung. Das Reiterdenkmal stand wieder. Es wurde vor ein paar Monaten abgebaut, weil dort jetzt das Independence Museum gebaut wird. Und seit letztem Freitag steht es jetzt an seinem neuen Platz vor der alten Feste. Es erinnert an die gefallenen deutschen Soldaten.
Nun war ich also dort und stand wieder vor verschlossenen Türen. Aber hier hatte ich mehr Glück, mein Reiseführer hatte sich nur um eine Stunde vertan. Ich musste also nur noch 20min warten bis dann jemand kam und die Türen öffnete.
Im Museum gibt es 3 Themen. Als erstes habe ich mir die Ausstellung über Felsenzeichnungen angeschaut. Das war mir aber zu textlastig und außerdem werd ich mir auch noch Zeichnungen in Natura ansehen. Also bin ich schnell in die nächste Ausstellung. Diese handelt von der Geschichte Namibias. Zuerst wurden verschiedene Stammeshäuptlinge vorgestellt, die zur Kolonialzeit eine wichtige Rolle gespielt haben. Weiter ging es dann mit dem Unabhängigkeitskampf. In einem Raum hingen Fotos von allen namibischen Gefangenen auf Robben Island. Außerdem gab es noch Karten, auf der markiert war, wo die meisten im Exil gelebt haben. Weiter ging es dann mit den "Vorbereitungen" zur Unabhängigkeit. Es gab eine UN Resolution, die die Unabhängigkeit in die Wege geleitet hat. Ein Raum war den ganzen UN Helfern gewidmet. Dort wurden die Flaggen und Uniformen der Länder aus denen die UN Helfer kamen ausgestellt. Vor der Unabhängigkeit musste zuerst gewählt werden. Die gewählten Mitglieder haben dann die Verfassung mit vorgegebenen Eckpunkten ausgearbeitet. Zu sehen waren z.B. Werbung um sich für die Wahl registrieren zu lassen und eine Übersicht der Programme der Parteien. Sehr interssante fand ich, dass alle Parteien als angestrebte Staatsform die Demokratie angegeben hatte, nur eine war sich noch nicht sicher. Und genau diese Partei wurde mit großer Mehrheit gewählt und ist heute immernoch an der Macht. Am Ende der Ausstellung wurden noch alle Minister und der erste Präsident vorgestellt.
Die 3. Ausstellung kam mir etwas fehl am Platz vor. Sie bestand aus 4 Räumen, einer mit alten Küchengeräten, einer mit alten Instrumenten, einer mit alten Badezimmereinrichtungen und nochmal einer mit alten Möbeln. Den Sinn in dieser Ausstellung hab ich nicht gesehen.

Nachdem es immernoch recht früh war, und ich alles interessante und offene von Windhoek jetzt kenne, habe ich beschlossen ein bisschen shoppen zu gehen. Ich hätte mir vielleicht einen anderen Tag aussuchen sollen. Winterschlussverkauf ist nichts gegen die Massen, die am Samstag unterwegs waren. Die Erklärung ist jedoch ganz einfach. Ende des Montats = es gab Gehalt. Vor den Geldautomaten gab es mega lange Schlangen und es gibt echt an jeder Ecke zig Automaten. Nächstes Wochenende wird wahrscheinlich schon kaum wieder was los sein, weil alle ihr Geld schon ausgegben haben. Nachdem es mir dann doch zu voll wurde, bin ich ins Craft Center. Dort gibt es alle möglichen Handwerkskünste zu kaufen, von Holzschnitzerein über Tücher und Teppiche bis zu Diamanten. Ich hab mich dann dort ins Café gesetzt und einen leckeren Schokoladenkuchen mit selbst gemachtem Schokoladeneis gegessen. Das war richtig lecker!

Abends war ich mit Boris Sportschau schauen. Im "Wirtshaus" kann man samstags die Sprtschau ansehen. Also sind wir trotz beginnendem Regen dort hingelaufen. Das Ambiente war nun nicht so ganz mein Fall. Lauter rauchende ältere deutschsprachige Herren mit ein paar jungen Namibianerinnen. Aber ich habe Sportschau gesehen und Olympia. Meine ganze Olympiabilanz 2010 ist der 1. Durchgang des Herrenslaloms. Über Olympia wurde hier nämlich gar nichts berichtet, noch nichtmal in der deutschsprachigen Zeitung.

Am Sonntag wollte ich eigentlich eine Stadtrundfahrt mit dem Doppeldeckerbus machen. Aber es mangelte an weiteren Interessenten und für mich alleine fuhr der Bus einfach nicht. Also hab ich mir für das Geld, dass für die Stadtrundfahrt eingeplant war, eine Hose gekauft. Davon werd ich wahrscheinlich auch mehr haben.
Abends bin ich dann reiten gegangen. Auf einer Farm in der Nähe gibt es eine Britin, die Ausritte anbietet. Es war total schön in den Abendstunden zuerst durch ein Riviere(trockenes Flussbett) und dann durch die Berge zu reiten. Passend zum Sonnenuntergang gab es dann noch ein paar Snacks und fast im Dunklen ging es zurück zur Farm. Ein paar Tiere hab ich während des Rittes auch gesehen, vor allem Spinnen und verschieden Vögel, die ich nicht weiß wie sie heißen. Aber am Ende lief auch etwas katzenartiges über den Weg.
So ging also mal wieder ein Wochenende viel zu schnell vorbei. Jetzt ist schon ein Monat rum und nur noch 2 weitere, die eigentlich schon ziemlich verplant sind.

Hier noch ein paar Bilder als Belohnung fürs Lesen;)

Die alte Feste mit dem Reiterdenkmal


Sunset Ride


Mittagstisch, ich hab es nicht probiert, die Enttäschung wäre wahrscheinlich zu gr0ß gewesen.

Samstag, 27. Februar 2010

Die Arbeitswoche

Heute gibt es mal wieder was neues von der Arbeit. Nachdem die ersten Wochen eher langweilig waren, war die letzte sehr interessant.
Seit Montag arbeite ich zusammen mit Anita in der Registratur. Sie macht den ganzen Postein- und ausgang, kopiert viel und legt neue Akten an. Als erstes habe ich gelernt wie es funktioniert, wenn eine Beschwerde ankommt. Normalerweiße kommen die Beschwerden per Post und werden dann an Annamarie, die Chief Investigatorin, weitergeleitet. Annamarie schaut sich den Fall an und entscheidet dann, welcher Investigator den Fall bearbeitet. Der ausgewählte Investigator schreibt erstmal eine Zusammenfassung und trägt den Fall dann ins Case Manangement System ein. Danach geht der Fall mit Zusammenfassung zurück an Anita, die dann eine Akte eröffnet und die eröffnete Akte zurück an den Investigator gibt. Jeder Beschwerdeführer hat eine Nummer egal wie viele Beschwerden er einreicht. Jedoch kommt es des öfteren vor, dass obwohl der Beschwerdeführer schon im System eingetragen ist, ihm eine neue Nummer zugeteilt wird. Hin- und wieder wissen die Investigator auch nicht was Vor- und was Nachname ist. Da kann dann schon ein Durcheinander entstehen. Den Durchblick hat dann meist Anita. Nachdem die Akte eröffnet ist, bekommt der Beschwerdeführer eine Mitteilung, dass an seinem Fall gearbeitet wird. Und dann gehen die Untersuchungen los bis das Problem gelöst ist oder eine sonstige Einigung erzielt ist. Das kann natürlich schon Jahre dauern. Wenn der Fall abgeschlossen ist, wird die Akte in den Aktenschrank einsortiert und bleibt dort entweder für ewig oder bis die Person eine neue Beschwerde einreicht.

Nachdem ich jetzt immer den ganzen Posteingang machen darf, kann ich die Beschwerden auch lesen. Meistens handelt es sich um Beschwerden von Gefangenen, die gerne früher entlassen werden wollen, ihr Gesuch aber abgelehnt wurde, und um Beschwerden über die Zustände in den Gefängnissen. Ich habe Fotos von den Gefängniszellen gesehen. Das kann man sich kaum vorstellen. In einer Zelle, die für 20 Personen eingerichtet ist, leben bis zu 80 Gefangene. Die Gefangenen müssen auch im Freien schlafen und wenn's regnet liegen sie halt die ganze Zeit im Nassen. Die hygienischen Zustände will ich mir jetzt lieber nicht vorstellen.
Weitere Beschwerden gibt es auch über Enteignungen und ausstehende Zahlungen. Außer gegen die Polizei richten sich die meisten Beschwerden gegen das Ministry of Home Affairs & Immigration, mit dem ich ja auch schon meine Erfahrungen machen durfte. Aufgrund der vielen Beschwerden wurde im Ministerium eine Großuntersuchung eingeleitet. Alle Investigators waren die ganze Woche im Ministerium unterwegs und haben die Belegschaft ausgefragt, wie es zur Unzufriedenheit der Bürger kommt und wo die Belegschaft die Probleme sieht. Daraus sollen dann Vorschläge zur Verbesserung erarbeitet werden. Am Mittwoch durfte ich mit ins Ministerium und bei den Befragungen zuhören. Die Investigator hatten sich in Teams zusammen getan und jedes Team hat unterschiedliche Abteilungen befragt. Morgens war ich in der Abteilung, die für die ganzen Visas und Aufenthaltsgenehmigungen zuständig sind. Nachdem ich das gesehen hatte, ist es kein Wunder, dass da nichts funktioniert. Die Akten liegen kreuz und quer auf Schreibtischen, Schränken und auf dem Boden und mitten drin die Pässe. Pässe verschwinden da schon mal. Der Chef der Abteilung wurde dann erstmal ausgefragt wie der Prozess bis zur Erteilung überhaupt aussieht. Alles ein sehr undurchsichtiger Prozess bei dem am Ende ein Kommitte über die endgültige Erteilung entscheidet. Das Kommitte sollte sich eigentlich wöchentlich treffen, jedoch erscheint meistens keiner, sodass es gar nicht beschlussfähig ist. Da ist es dann kein Wunder, dass manche Anträge Jahre dauern. Zum Glück hab ich ja mein Visum.

Mittags war ich dann mit einem anderen Team unterwegs. Zuerst waren wir in der IT-Abteilung. Ich hab gedacht, da sitzen jetzt ein paar Computerexperten und kümmern sich darum, dass alles läuft. Denkste! Da saßen 5 Frauen vor Bildschirmen und jede hat ein anderes Stockwerk überwacht. Auf jeden Fall haben die sich geweigert mit uns zu reden. Sie hätten von den Untersuchungen nicht gewusst, obwohl wir angekündigt waren, und wüsste nicht wie viel sie sagen dürften. Obwohl wir ihnen fast eine Stunde erklärt haben, dass es nur zu ihrem Besten ist und kein Name auftaucht, haben sie kein Wort von sich gegeben. Also ging es weiter zur Finanzabteilung. Die waren dafür sehr gesprächig. Hier mal ein paar Beschwerden:
- zu wenig Mitarbeiter, z.B. 2 Personen machen die Gehaltsabrechnungen für über 1.000 Mitarbeiter
- kein Geld für die vom Minister angeordneten Einkäufe und Projekte
- kein Computer
- keine abschließbaren Aktenschränke
- kein Auto für den Boten, der muss selbst das Geld aus der Kasse(wo man die Gebühren für Pässe, Visa etc. bezahlen muss) zu Fuß zur Bank bringen
- kein Chef seit 3 Jahren, der sich im Management Meeting für die Mitarbeiter einsetzen kann
- keine funktionierende Klimaanlage

Der letzte Punkt war für mich auch der Grund am nächsten Tag dankend abzulehnen nochmal mitzugehen. Ich wär dort mittags echt fast umgekippt so heiß ist es dort. Klimaanlagen gibt es nur in den Büros der Chefs und die waren rein zufällig alle in dieser Woche auf einem 2 tägigen Workshop.

Außerdem hab ich diese Woche noch die Gehaltsabrechnungen für die Mitarbeiter vom Ombudsman einkuvertieren dürfen. Das war sehr interessant, da ich sie mir natürlich auch angeschaut hab. Mit meinen Anwärterbezügen bin ich in dem Büro am 4. besten bezahlt. Nur der Chef Investigator bekommt mehr als ich. Und natürlich der Ombudsman, Director und Deputy Director. Deren Gehaltsabrechnungen kommen allerdings schon verschlossen bei uns an, sodass ich da keien Ahnung hab, was die verdienen. Auch die ganzen Abzüge hab ich nicht so ganz verstanden, aber viel war da am Ende nicht mehr übrig.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Champions League

Leider kann man hier abends nur sehr wenig machen. Ich würde sehr gern mal durch die Straßen gehen, aber das ist einfach zu gefährlich:( Also kann man abends entweder zu Hause bleiben oder man geht in eine Bar/Restaurant.
Nachdem gestern der VfB gespielt hat, hab ich mir gedacht, dass man das doch auch kombinieren könnte, also Fußball schauen und in eine Bar gehen. Alleine geht eine weiße Frau natürlich nicht weg und wo man Fußball schauen kann, wusste ich auch nicht. Also musste ich einen Einheimischen zu meinem Plan hinzuziehen. Da hat sich Trywell, der Fußballspieler, natürlich angeboten. Er wusste zwei Orte, wo Champions League übertragen wird, zu Hause bei einem Freund von ihm oder in einer Sportsbar in einem anderen Stadtteil. Ich hab mich dann für die Sportsbar entschieden, wobei ich mir dabei jetzt keine größeren Gedanken gemacht hab, die hab ich mir erst später gemacht.
Also hat mich Trywell gestern im Hotel abgeholt und wir sind zur Sportsbar bzw erstmal auf die Suche nach einem Taxi. Eigentlich soll man als Weißer nur Taxis nehmen, die man bestellt hat, da ich aber Trywell dabei hatte, haben wir beschlossen eines von den Straßentaxis zu nehmen, die auch nur 1/4 von den anderen kosten. Es war gar nicht so einfach eines zu finden, da es schon recht spät war und die Taxis auch nur dort hinfahren, wo es für sie lukrativ war. Das erste Taxi hatte nicht genug Sprit, dann hielten ein paar die nicht dort hin fuhren, wo wir hinwollten. Schließlich haben wir vor einem Supermarkt eins gefunden, dass uns dann zur Sportsbar gebracht hat. Etwas mulmig war mir auf der Fahrt schon, zumal noch eine fremde Frau mit im Taxi saß. Aber wir sind heil und sicher dort angekommen.
Die Sportsbar bestand aus 2 Räumen, der eine mit einem Billiardtisch und der Bar, der andere mit einem Beamer für die Übertragung. Die Bar kann man eigentlich nicht Bar nennen, da alles hinter Gittern abgeschlossen ist und man nur durch ein kleines Fenster seine Getränke kaufen kann. Ein bisschen komisch hab ich mich zuerst schon gefühlt, da ich natürlich die einzige Frau und die einzige Weiße war. Aber es ging in der Bar sehr friedlich zu, da hatte ich schon andere Sachen gehört. Überrascht hat mich auch, dass eigentlich alle für den VfB waren. Ich bezweifle, dass die wussten wer Stuttgart ist, aber die meisten hier sind Arsenal oder ManU Fans und wollen eben nicht, dass diese später gegen Barcelona spielen müssen.
So hatte ich dann einen schönen Abend in einer Sportsbar und bin auch mit einem Straßentaxi wieder sicher in meinem Zimmer angekommen.

Sonntag, 21. Februar 2010

Okapuka Ranch - Game drive

Heute war ich mit Katharina, Stine, Thilo und Boris auf der Okapuka Ranch. Die Ranch liegt ca. 30km nördlich von Windhoek und bietet verschieden Aktivitäten, u.a. einen Game Drive, an.
Schon auf dem Weg vom Tor zum Haupthaus haben wir Warzenschweine und Giraffen gesehen. Als erstes haben wir unseren Game Drive gebucht und bis dieser begonnen hat noch an den Pool gelegt.

Um 12Uhr ging's dann los. Die ersten Tiere waren Affen, die normalerweise nur in den Bergen vorkommen. Für ein gescheites Foto sind wir leider nicht nah genug ran gekommen. Als nächstes ging es zu einem See in dem 2 Krokodile wohnen. Beide hatten sich aber unter Wasser versteckt, sodass das Foto nicht so toll ist. Aber man sieht die Augen.

Die nächsten Tiere auf unserem Weg waren Gnus. Hier war der Herdenchef sehr aufmerksam und hat ununterbrochen rumgebrüllt.

Ziemlich versteckt haben wir dann auch noch Giraffen gefunden, später folgten noch viel mehr. Insgesamt leben auf der Ranch ca. 100 Giraffen auf 14 Hektar.

Außerdem gab es noch viele Antilopenarten zu sehen, Springböcke, Oryx, Elands und Kudus, sowie einige Warzenschweine.

Und dann kam das Highlight, ein Nashorn mit einem Jungtier. Die beiden sind bis auf 2 Meter ans Auto herangekommen, da bekommt man zuerst schon etwas Muffensausen, allerdings sind das eher friedliche Tiere.

Mit den Game Drive habe ich schon viele Tiere auf meiner Liste abgearbeitet. Jetzt muss ich unbedingt noch Elefanten, Löwen, Geparden, Flusspferde und Zebras sehen. Aber ich hab ja noch etwas Zeit und 2 Reisen und noch mehr Wochenenden vor mir.

Nach dem Game Drive haben wir dann noch eine Wanderung gemacht. In dem Gebiet durch das der Wanderweg führt, gab es leider nicht so viel zu sehen. Außer Schmetterlinge und Vögel haben wir nur 3 Gnus gesehen. Trotz den wenigen Tieren und der knallenden Sonne war es sehr schön und danach haben wir uns nochmal am Pool erfrischt. Leider gab es auch den ersten Sonnebrand, da hilft auch mehrmaliges einschmieren wenig, wenn man bei über 30° zwei Stunden in der prallen Sonnen wandert.

Aber um den Neid nicht all zu groß werden zu lassen, jetzt regnet es seit ca. 1h;)

Samstag, 20. Februar 2010

Okahandja

Die 2 Tage in Okahandja waren sehr interessant und ich habe sehr viel erfahren, sodass wenn ich über alles berichten würde, wahrscheinlich niemand bis zum Ende lesen würde. Daher heute nur das Wichtigste.

Am Donnerstag Morgen ging es also los. Für mich das erste Mal raus aus Windhoek, abgesehen mal vom Flughafen, der auch außerhalb liegt. Die Straße nach Okahandja ist sozusagen die Autobahn Namibias, geteert und für die ersten 15km sogar 4-spurig. Dementsprechend waren wir auch mit ca. 150km/h unterwegs, gestoppt nur durch die Straßensperre, die auf jeder Ausfahrtsstraße aus Windhoek vorhanden ist. Außer Rinder und Schafe hab ich leider keine Tiere gesehen, da alles Farmland ist.

In Okahandja waren wir dann im Okhandja Country Hotel untergebracht, früher hieß es Lodge, aber fragt mich jetzt bitte nicht, was der Unterschied ist.


Zuerst hab ich die Kollegen von den anderen beiden Büros kennengelernt, zu meiner Überraschung war noch eine weiße Frau dabei, und dann ging der offizielle Teil los. Zuerst hat uns der Ombudsman begrüßt und dann gab's auch schon Teepause. Danach haben die Chief Investigator berichtet, was sie im letzten Jahr gemacht haben. Und dann gab's auch schon Mittagessen, viel Fleisch!
Nachmittags haben wir uns dann in Investigator und Verwaltung aufgeteilt. Ich war bei der Verwaltungsgruppe und wir haben Probleme gesammelt. Hier ein paar Beispiele:

- in Oshakati besitzt jeder den Code für den Safe, da sind die Autoschlüssel mit Auto dann schonmal verschwunden
- es gibt keine Stellenbeschreibungen und niemand weiß wofür er eigentlich zuständig ist
- die Gehaltsschecks müssen vom Ministerium abgeholt werden und dann an die Mitarbeiter ausgehändigt werden
- die Putzfrauen haben sich beschwert, dass der Ombudsman sich nicht nach ihnen erkundigt und sich nie bei ihnen blicken lässt
- es gab eine große Diskussion, bis zu welchem Verwandtschaftsgrad man in einem Todesfall frei bekommt (Trauerfeiern dauern hier meherer Tage und enden mit einem großen Festmahl)

Danach habe ich mich noch sehr interessant mit Jorina unterhalten. Mit ihr hab ich mir das Zimmer geteilt und sie ist die andere Weiße. Da hat man dann schon gemerkt, dass es riesen Unterschiede zwischen Schwarzen und Weißen gibt. Sie hat mir zum Beispiel erzählt, dass sie sehr erleichtert war, als sie gehört hat, dass ich weiß bin. Oder als es um die Einschulung ihres Sohnes ging und zur Wahl eine weiße Privatschule oder eine staatliche Schule stand. Nachdem noch 2 andere weiße Kinder eingeschult wurden, durfe er dann auch auf die staatliche Schule gehen.
Sie hat mir auch noch erklärt, wer im Büro zu welchem Stamm gehört. Für mich waren bisher alle ganz Schwarzen Oshivambo und die anderen konnt ich nicht so genau einsortieren. Nun weiß ich, dass die schwarzen von zig verschiedenen Stämmen kommen und man am Nachname erkennt, wer von welchem Stamm kommt, und die "helleren" sind alle Coloureds/ Bastards. Die Coloureds sprechen alle Afrikaans als Muttersprache und die Schwarzen eben ihre Stammessprache und zusätzlich noch Afrikaans(außer Throda, sie und ich waren die beiden, die nichts verstanden haben). Alle können eigentlich auch noch Englisch, wobei man da sehr starke Unterschiede hört. Je höher der Bildungsabschluss, desto besser auch das Englisch. Nur bei den Putzfrauen reichen die Englischkenntnisse nicht um eine Unterhaltung zu führen.

Nach dem Abendessen habe ich mich noch lange mit dem Ombudsman unterhalten. Er ist echt ein klasse Typ, total nett und überhaupt nicht abgehoben. Und er erzählt sehr interessante Geschichten. Erst hat er von seinen Besuchen in Deutschland und Europa erzählt, als sie das erste Mal mit einer Straßenbahn gefahren sind oder mit dem Nachtzug, weil er Zug fahren so toll findet und nicht fliegen wollte. Von seinen Besuchen in anderen afrikanischen Ländern hat er auch noch einiges erzählt, dass er normalerweise im Bed&Breakfast übernachtet, aber als er nach Angola kam, wurde er in einem Luxushotel untergebracht, bekam einen eigenen Chauffeur und Eskorte, von allem eben nur das Beste. Über Namibia hat er einiges zur Politik erzählt. Jeder der ein Amt inne hat, wird hier mit "Honourable" angeredet und man darf ja niemanden bei den Begrüßungen vergessen. Die Nationalhymne wird vor jedem offiziellen Treffen etc. gespielt und damit nicht genug, die Afrika Hymne wird auch noch gespielt. Das reicht allelrdings immer noch nicht, am Ende werden beide Hymnen nochmal gespielt.

Der zweite Tag lief so ähnlich ab. Es gab wieder viel zu Essen und es wurde viel geredet und nichts getan. Wir haben noch eine kurze Einführung in Projektmanagement bekommen und mussten dann Vorschläge für Projekte in diesem Jahr erabeiten. Das war für mich sogar mal was, wo ich mitreden konnte. Nachmittags war dann Personalversammlung. Hier hat eigentlich nur Eileen berichtet, wie weit der Stand der Problemlösungen ist. Vor allem ging es um die neuen Büros, die in Swakopmund, Otjiwarongo und Katima eröffnet werden sollen, und um Beförderungen.

Abends hatten wir dann ein Braai(Grillen). Das war sehr lecker, Lamm, Hähnchen, Spare Ribs, nur das typisch namibische Essen, Milli Pap(fester Porridge), hat nicht geschmeckt.

Hier noch ein paar Fotos:

mit dem Ombudsman


alle Mitarbeiter (außer die Fahrer Sakkie und Boois und Elizabeth)


Christa


Anita


Oiva aus Oshakati und Jorina aus Keetmanshoop


Termitenhügel

Mittwoch, 17. Februar 2010

Arbeit

Meine erste Praktikumsphase ist heute beendet. Ab nächsten Montag werde ich in der Registratur mit Anita arbeiten.
Eigentlich gibt es über die erste Phase nicht viel zu berichten. Größtenteils habe ich einfach nichts gemacht, wobei ich nicht die einzige bin, die nichts macht. Eigentlich unterhalten sich die meisten den ganzen Tag über oder schreiben SMS, was hier alle machen, da es 100 frei SMS am Tag gibt.
Wenn es dann doch mal was zu tun gibt, dann heißt das entweder wir fahren zum Government Store und holen eine Bestellung ab, die wir danach dan noch mit Identifikationsnummern beschriften, oder wir schauen in den Büroräumen nach welche Möbel vorhanden sind und führen Inventarlisten. Hin und wieder geben wir auch mal Büromaterialien aus, für die wir dann die Unterschrift holen müssen. Also sehr überschaubar das Ganze. In anderen Ministerien ist das ganze nicht anders. Ich war heute im Justiz- und im Innenministerium, da hat der Großteil auch nur SMS geschrieben.

Am Dienstag war etwas mehr los. Wir mussten kaputte Stühle, Tische und Schränke weg bringen. Das heißt hier alles muss zurück zum Government Store. Wir hatten ein Büro voller kaputter Sachen. Das war dann doch zu viel für uns alleine, also haben wir uns Hilfe geholt. Am Dienstag sind dann also 3 Strafgefangene gekommen, haben das Zimmer ausgeräumt, alles auf einen LKW geladen und im Government Store wieder abgeladen. Wir saßen dabei die ganze Zeit rum und haben zugeschaut und kein Finger gekrümmt. Die Gefangenen bekommen dafür Lebensmittel.

Eine weitere Erfahrung, die ich am Dienstag gemacht habe, hat mich doch sehr erstaunt. Von Christa wusste ich, dass sie mal einen Computerkurs gemacht hat. Aber außer E-Mails und ein bisschen was in Word schreiben, kann sie nichts. Jetzt ist mir auch klar, wieso alles handschriftlich gemacht wird. Ich habe ihr inzwischen beigebracht wie "speichern unter" funktioniert, wo die gesendeten E-Mails zu finden sind und ich hab ihr google gezeigt. Mal sehn wie weit wir am Ende der 3 Monate sind.

Ab morgen bin ich erstmal bis Samstag auf einem Meeting des Büros auf einer Lodge in Okahandja. Ich bin gespannt, was dort los sein wird und werde dann natürlich berichten.