Montag, 22. März 2010

Independence Day Wochenende

Dieses Wochenende war mal wieder voller neuer Erfahrungen.
Angefangen hat es bereits Freitag Mittag, wie ich ja bereits berichtet habe. Die freie Zeit habe ich genutzt um etwas im Liegestuhl am Pool zu entspannen.

Samstag habe ich dann Domingo, den Nachtwächter und Koch des Hotels, in Katutura besucht. Zuerst hab ich gedacht, dass es nichts wird, weil wir ausgemacht hatten, dass er mich zwischen 10 und 11 Uhr anruft. Nachdem er um 12 Uhr immernoch nicht angerufen hatte, hab ich mir schon überlegt, was ich sonst machen könnte, aber um 12.15 Uhr kam dann doch der Anruf. Also hab ich mir ein Taxi gerufen und bin ab nach Katutura. Am Ende der geteerten Straße hat Domingo auf mich gewartet und wir sind in Richtung seines Hauses gelaufen. Zuerst sind wir an der Kirche vorbei gekommen, in der gerade eine Chorprobe statt gefunden hat.

Dann ging es weiter zu seinem Haus. Dieses Teil von Katutra hat keine Elektrizität und Wasserleitungen. Die Menschen helfen sich mit Generatoren aus. Außerdem gibt es Wasserstellen an denen man mit einer Art Geldkarte Wasser holen kann und an fast jeder Ecke eine Dusche. Toiletten werden von der Stadt zur Verfügung gestellt, aber bis dorthin ist es doch ein recht weites Stück zu laufen, sodass man doch den Busch benutzt.

Dusche


Wasserstelle(das Zahlungssystem war ausgefallen, sodass es gerade Wasser umsonst gab)


Zuerst hat mir Domingo sein Haus gezeigt. Das Grundstück hat er für 1500NAD gekauft, das alte Haus abgerissen und ein neues gebaut. Es gibt ein Wohn- und ein Schlafzimmer und nochmal ein Zimmer, dass er vermietet. In der Gegend war es eines der besseren Häuser.

vorne der Teil von Katutura und im Hintergrund die City


Dort sprangen schonmal 5 Kinder rum, die alle irgendwie mit ihm verwandt sind. Auch sonst hat man meistens nur Kinder rumspringen gesehen. Die Frauen waren alle beschäftigt ihre Haare zu frisieren und die Männer waren in den Shebeens, wo sie bereits mittags um 14Uhr betrunken waren. Ich war für eine Weile auch in einer Shebeen, wo wir etwas tanzten.

Shebeen


Ansonsten hat er mir noch viel erzählt, über die Schule, Arbeit usw. Bevor wir zurück ins Hotel sind, Domingo musste zur Arbeit, haben wir noch eine Bruder und eine Schwester besucht.

Domingo 2.v.l. und männliche Familienangehörige


Am Sonntag war dann Unabhängigkeitstag, der 20.! Die große Feierlichkeit fand im Independence Stadion statt. Da musste ich natürlich auch hin. Also stand ich um 5.45 Uhr auf um auch ja einen Sitzplatz zu bekommen. Da Domingo auch hinwollte, bin ich mit ihm hingefahren. Auf dem Weg stieg noch ein nettes Pärchen, Jennifer und Joseph, dazu. Als wir am Stadion ankamen, hatte sich vor den Toren schon eine riesige Schlange gebildet, in die wir uns einreihten. Nach kurzer Zeit erfuhren wir, dass es eine extra Schlange für Frauen und Kinder gibt. Also habe ich mich mit Jennifer dort eingereiht, diese war auch um einiges kürzer.

Jennifer beim Warten in der Schlange


Da mir gesagt wurde, dass es im Stadion nichts zu essen und zu trinken gibt, hab ich mir schnell an den Ständen vor dem Stadion was gekauft. Nach einer guten halben Stunde warten, sahen wir dann auch die Einlasstore. Dort ging dann der schlimme Teil los. Aus der schönen Reihe wurde eine Masse, die versuchte durch das Tor zu quetschen. Von hinten drängte die Masse, von vorne der Polizist am Einlass und die Männer, die einfach nicht kapierten, dass dieses Tor nicht für sie war und wieder zurück geschickt wurden. Und zwischen den Massen die ganzen Kinder von ca. 7-10Jahren und Mütter mit Babys. Man konnte sich echt keinen Milimeter bewegen. So stand ich dann nochmal eine halbe Stunde krampfhaft versucht nicht umzufallen. Dann war ich endlich am Tor, durfte meine Tasche kurz zur Insepektion auf machen und ins Stadion. Erstmal bekam ich dann ein Programmheft und ein kostenloses Essen(Reis und Lamm) mit einer Dose Cola. Die T-Shirts waren leider schon alle weg.
Im Stadion haben Jennifer und ich uns ein schönen Platz gesucht, die leider alle in der knallen Sonne waren. Die Plätze unterm Dach im Schatten waren für die geladenen Gäste reserviert. Bis zum Anfang des offiziellen Programms spielte eine Band afrikanische Musik. Immer wenn eine dicke Limousine ankam, wurde durch die Lautsprecher verkündet, wer gerade angekommen ist. Zwischendrin drehten auch mal die verschiedenen Völker Namibias in ihren traditionellen Gewändern eine Runde. Gegen 10 Uhr marschierte dann die Armee ein.


Dann traf der ehemalige, erste Präsident Namibias, Sam Nujoma ein. Und plötzlich fing das ganze Stadion an zu tanzen und zu singen. Das war beeindruckend.

Als Höhepunkt fuhr dann der Präsident Hifikepunye Pohama ein und drehte eine Runde in seinem Auto.


Dann ging der offizielle Teil des Programmes los. Zuerst wurde das namibische Feuer entzündet und die ganzen geladenen Gäste begrüßt, darunter unter anderem Robert Mugabe und Jacob Zuma, sowie weitere Präsidenten und ähnliches aus Botswana, Sambia, Kongo, Tansania, Mosambik, Angola, Kuba und Delegationen der EU und China, sowie der spanische Außenminister. Auch Martti Ahtisaari, ehemaliger UNO Beauftragter für Namibia, der viel für Namibias Unabhängigkeit geleistet hat, war anwesend.
Anschließend wurden 21 Salutschüsse abgegeben, was erstmal ein Schrecken im Publikum auslöste, da niemand darauf vorbereitet war. Weiter ging es mit der Insepektion der Armeeparade und einem Gebet.

Fackelträger


Der Höhepunkt war dann die Einschwörung des Präsidenten in seine zweite Amtszeit. Außerdem wurde noch der Premierminister und sein Vize benannt. Die Armee durfte dann wieder abtreten und der Präsident seine erste Amtssprache in der neuen Amtszeit halten. Die ging überraschendwerweise nur 30min, ich hätte mit viel mehr gerechnet. Aber vielleicht hatte er auch einfach nur Hunger. Denn danach gingen die ganzen geladenen Gäste zum Mittagessen. Davor musste aber noch die African Union Hymne und die Nationalhymne gesungen werden. Sobald die geladenen Gäste weg waren, stürmte das Volk los, über das Feld und die Ränge zu den schattigen Plätzen. Nachdem sich die Lage dann wieder etwas beruhigt hatte, jeder einen schattigen Platz hatte oder auf dem Heimweg war, ging es mit Musik weiter. Aber das war dann langweilig und bis zum Feuerwerk am Abend war es uns dann doch zu lange zu warten. Also bin ich mit Jennifer und ihrem Freund mit dem Taxi wieder zurück. Domingo hat es übrigens nie ins Stadion geschafft. Es gab irgendwelchen Stress mit ein paar Leuten und der Polizei, hat er mir dann abends erklärt. Auf jeden Fall war es ein eimaliges Erlebnis, das ich noch ein paar Tage spüren werde, da ich einen schönen Sonnenbrand bekommen habe.

Da Independence Day auf einen Sonntag gefallen ist, war heute auch noch frei. Sonst hätte man von dem Feiertag ja gar nichts. Eigentlich wollte ich Lutz, der mit mir auf der Reise war, am Lake Oanob besuchen. Da ich aber noch so müde vom Tag zuvor war, hab ich beschlossen einen faulen Tag einzulegen. Vormittags saß ich am Pool und hab gelesen und mittags war ich dann im Café am Zoopark und hab ein Eis gegessen. Jetzt bin ich fit für eine weiter Arbeitswoche.

Samstag, 20. März 2010

Halbzeit

Kaum zu glauben, aber wahr, diese Woche war Halbzeit meines Aufenthaltes in Namibia. Die Zeit vergeht echt rasend schnell.
Diese Woche habe ich nochmal mit Anita in der Registratur gearbeitet. Es ist zwar sehr unterfordernd, aber da sie mich inzwischen viel selber machen lässt, ist es wenigstens nicht langweilig. Diese Woche haben wir alte Akten aufgearbeitet. Das hieß für mich in den Aktenschränken nach Akten suchen und wenn schon eine Akte da war den neuen Fall mit in den Schrank stecken und wenn noch keine Akte vorhanden war, eine neue Akte anzulegen. Außerdem habe ich den ganzen Postausgang der Woche gemacht. Dafür muss ich immer erstmal 2 Kopien der Briefe machen. Der Originalbrief geht an den Adressaten, eine Kopie geht in die Akte und die andere in die "daily file", wo alle Briefe der Woche gesammelt werden und die als Umlaufmappe an alle Investigatoren geht. Außerdem werden am Ende der Woche alle Briefe im Postausgangsbuch erfasst. Am Freitag habe ich mich also hingesetzt und in das Buch alle Adressaten, die Aktennummer, den Betreff und den zuständigen Bearbeiter reingeschrieben. Ich saß 2h daran bis ich endlich fertig war. Das könnte man auch gut am Computer machen!
Dafür war am Freitag schon um 13 Uhr Feierabend. Da am Sonntag Independence Day ist, gab der Premierminister allen Regierungsangestellten den halben Tag frei. Da kann man sich nicht beschweren.

Abends war ich diese Woche auch weg. Am Dienstag wurde im Goethezentrum ein Film gezeigt. Im Franco-Namiabin Center, dem Goethezentrum und einem amerikanischen Zentrum wird jeden Monat ein Film zum Thema Demokratie gezeigt. Der Film am Dienstag bildete den Auftakt. Gezeigt wurde "Iron Ladies of Liberia". Das ist eine Dokumentation über das erste Amtsjahr der Präsidentin, Ellen Johnson-Sirleaf. Sie ist die erste gewählte Präsidentin Afrikas. Ich fand den Film echt interessant.
Am Mittwoch war ich dann nochmal Champions League in der Sportsbar anschauen. Naja, nach dem 3:0 bin ich dann heim. Es war sowieso schon spät.
Am Donnerstag war ich bei einem Konzert im Zoopark. Diese Woche war jeden Abend ein Konzert an verschiedenen Orten in der Stadt aufgrund des Unabhängigkeitstages am Sonntag. Und da am Donnerstag ein Rockkonzert war und der Zoopark nicht so weit weg ist, bin ich dort hingegangen. Meine erste Beobachtung: schwarze Namibier mögen keinen Rock. Es waren nur ca. 100 Leute da, obwohl es kostenlos war. Und der Anteil der Weißen war überproportional groß. Die zweite Beobachtung: Die schwarzen Bands können meiner Meinung nach keine Rockmusik machen. Insgesamt habe ich 4 Bands, immer im Wechsel weiß und schwarz, gehört. Die erste war richtig super. Die zweite ging gar nicht. Die Musik sollte Rockgospel darstellen. Die Melodie und alles war auch ganz ok, aber der Sänger ging gar nicht. Der hat sich angehört wie ein kranker Esel. Die dritte Band war wieder gut und die vierte war nicht so ganz mein Geschmack, sodass ich dann gegangen bin. Eigentlich war das ganze Konzert auch mehr Umbauarbeiten als Musik. Jede Band hat 4 Lieder gespielt und dann wurde gewechselt.
Am Freitag habe ich es gewagt eine Spätzlespfanne zu essen. Allerdings nur weil der Hamburger, den ich eigentlich wollte, aus war. Ich würde sagen, es bleibt eine einmalige Erfahrung. Es hat einfach nach nichts geschmeckt. Da esse ich heute Abend dann doch lieber mal wieder Eland, Oryx oder Kudu. Je nachdem was Domingo heute im Angebot hat.

Montag, 15. März 2010

10 Tage African Adventure

Tag 1: Windhoek - Ghanzi
Um 7.45Uhr ging meine Reise los. Zuerst wurde ich zum Büro des Reiseveranstalters gebracht, wo ich den Tourguide Elias, den Assistent Job und meine 3 Mitreisenden kennengelernt habe. Auf den nächsten 8 bzw. 10 Tagen wurde ich von Norman aus Norwegen, Inez aus Holland und Lutz aus Braunschweig, der in Namibia als Barkeeper arbeitet, begleitet. Der erste Tag war eigentlich nur ein Reisetag. Wir fuhren vorbei am Flughafen über Gobabis, wo wir die letzten Einkäufe getätigt haben, immer weiter Richtung Botswana. Um die Mittagszeit waren wir dann an der Grenze. Das heißt Ausreiseformular für Namibia ausfüllen, Stempel in den Pass bekommen, 500m nach Botswana fahren, Einreiseformular ausfüllen und den nächsten Stempel bekommen. Diese Prozedur erfolgte in den nächsten 10 Tagen noch einige Male, sodass ich inzwischen meine Passnummer auswendig kann. In Botswana sahen wir viele Kühe, Ziegen, Pferde und Esel, die neben oder auch auf der Straße rumliefen. In Namibia dagegen fährt man nur an den Zäunen der Farmen vorbei und erkennt an der Höhe der Zäune welche Tiere gehalten werden. Ein weiterer Unterschied, der mir ins Auge fiel, war, dass in Botswana die Rastplätze am Straßenrand geteert waren und in Namibia nur Schotter. Sonst sehen die Rastplätze aber alle gleich aus, ein Baum mit einem Picknicktisch und Bänken aus Stein darunter und ein Mülleimer. Als wir dann unseren ersten Campingplatz, die Ghanzi Trail Blazer Lodge, erreicht haben, wurden erstmal die Zelte aufgebaut. Ich habe mir für diese Nacht ein Zelt mit Inez geteilt, die anderen Nächte hat ich immer eines für mich alleine, da wir genügend dabei hatten. Dann gab es leckeres Essen von Job zubereitet.
Als es dunkel wurde haben die San, Buschmänner, Tänze vorgeführt. Eigentlich war das für eine andere Reisegruppe, aber wir haben auch mal gespickelt. So ging der erste Reisetag zu Ende.

Tag 2: Ghanzi - Okavango Delta
Es stand nochmal eine recht lange Fahrt an. Zuerst ging es zur Tankstelle, man weiß ja nie, ob die nächste Tankstelle gerade Sprit vorrätig hat. Auch bei dieser Fahrt gab es wieder jede Menge Kühe, Ziegen und Esel zu sehen. Außerdem haben wir noch Störche und einen Schakal gesehen. Auf dem Weg gab es auch einen Veterinarian Checkpoint. Wir mussten alle aussteigen über eine Matte mit Desinfektionsmittel laufen und durften wieder einsteigen. Kurz vor unserer Mittagspause mussten wir einen kleinen Umweg einlegen, da eine Tankstelle kein Diesel hatte. Wir sind also zu einer anderen Tankstelle in einem Dorf gefahren. Die 6km von der Hauptstraße ins Dorf waren bis dahin die schlimmsten Kilometer meines Lebens. Achterbahnfahren ist dahingegen sehr angenehm. Ich glaube, die Straße wurde mal geteert, aber danach hat sich nie wieder jemand darum gekümmert. Es war einfach unmöglich den Schlaglöchern auszuweichen. Aber ich hab es ohne Schaden überlebt und als Entschädigung gab es danach ein leckeres Mittagessen bei dem wir von diesen Kindern auf ihren Eseln beobachtet wurden, die auf die Reste gewartet haben. Ein paar Kilometer weiter hieß es dann umpacken. Unser nächstes Camp, Goma Lagoon Camp im Okavango Delta, war nur mit einem 4x4 Truck zu erreichen. Es ging durch tiefen Sand und Wasser also in diesem Truck ins Camp, wo man von einer Terrasse einen schönen Blick auf die Lagune hat. Hier hat es erstmal für eine halbe Stunde geregnet. Mein Zelt ist zum Glück wasserdicht gewesen. Und zu unser Überraschung blieb dies auch der einzige Regen bis zum letzten Tag auf der Heimfahrt. Am Abend hat man dann auch die Flusspferde gehört, gesehen haben wir allerdings keins. Dafür gab es umso mehr Moskitos, die wir mit allen Mitteln bekämpft haben. Ich habe während der Reise eine große Flasche Moskitospray verbraucht und lange Kleidung getragen und trotzdem haben sie mich erwischt(unter der Dusche und auf der Toilette ließ es sich nicht verhindern).

Tag 3: Okavango Delta
Unser frühes Aufstehen wurde mit einem traumhaften Sonnenaufgang belohnt. Nach dem Frühstück ging es dann los zu einer Bootstour durchs Delta. Zuerst fuhren wir im Motorboot los. Auf dem Weg haben wir die ersten Tiere gesehen, vor allem Vögel. Aber auch ein Krokodil, das gleich wieder abgetaucht ist. Highlight der Motorbootfahrt war das Durchbrechen einer zugewachsenen Stelle im Kanal. Der Weg war mit Papyrus versperrt, sodass wir mit Höchstgeschwindigkeit durchfahren mussten. Als die Wege dann zu eng wurden sind wir in Mokoros umgestiegen. Auch von den Mokoros konnten wir wieder viele Vögel beobachten und hatten viele kleine Frösche als Gäste in unseren Booten. So sind wir dann den ganzen Tag durchs Delta gefahren und haben immer mal wieder Papyrus gegessen. Neben den Vögeln haben wir noch einen Otter und Affen gesehen. Die Flusspferde hatten sich leider woanders hin verzogen. Mittagspause haben wir auf einer Insel im Delta gemacht. Dort sind wir auch etwas auf Erkundungstour gegangen, haben aber nur die Hinterlassenschaften und Fußabdrücke von Elefanten, Flusspferden und eines Leoparden gefunden. Auf der Insel gab es auch diesen Baum, der innen ganz hohl war. Zurück im Camp haben wir dann noch Affen gesehen, die über unserem Abendessen auf Reste gelauert haben.

Tag 4: Okavango Delta - Caprivi
Nachdem wir von dem 4x4 Truck wieder zu unserem Bus gebracht wurden, ging es wieder über die Grenze zurück nach Namibia. Direkt nach der Grenze ist man im Mahango Game Reserve, das wir bei einem Game Drive am Abend noch weiter erkunden wollten. Also ging es erstmal zu einem Supermarkt um frisches Brot, Gemüse und Fleisch zu kaufen. Nachdem es beim ersten Supermarkt nicht alles gab, mussten wir noch zu einem weiteren. Die Supermärkte dort waren schon anders als in Windhoek. Es gab viel weniger Auswahl und vor allem kaum frisches Obst und Gemüse. Dann ging es weiter zur Rainbow Lodge, unserm Camp für diese Nacht. Hier mussten wir achten, dass unsere Zelte nicht zu nah am Fluss stehen, da es auch hier viele Krokodile gibt. Und dies ist wirklich kein Scherz. Direkt am Ufer saß dieses Exemplar, das allerdings ziemlich klein ist. Trotzdem möchte ich ihn nicht in meinem Zelt haben. Nach dem Mittagessen probierte ich den Pool der Lodge aus, eine angenehme Erfrischung bei dem sonnigen und heißen Wetter. Nachmittags wollten wir eigentlich den Game Drive machen, allerdings hatte es die Woche zuvor geregnet und die Straßen waren mit unserem Bus nicht passierbar. Leider habe ich dadurch weder eine roan Antilope noch eine sable Antilope gesehen, da diese nur in diesem Park leben. Als Ersatz bekamen wir eine Bootfahrt auf dem Kavango River. Und hier haben wir die Flusspferde dann nicht nur gehört, sondern auch gesehen. Neben den Flusspferden gab es wieder viele Vögel zu beobachten. Außerdem haben wir noch die Popa Fälle besichtigt. Naja, unter Wasserfällen stell ich mir was anderes vor. Am Flussufer haben Kinder des Dorfes Tilapia geangelt. Die hatten wohl keine Angst vor den Krokodilen. Abends waren wir in der Bar der Lodge. Wir waren die einzigen Gäste, es ist noch Nebensaison. Beim Jenga spielen hatten wir sehr viel Spaß. Der Besitzer hat für den Verlierer einen Schnaps ausgegeben, der ekelhaft schmecken muss. Wir haben zu 4. gespielt, nachdem es nach 3 Runden 3 verschiedene Verlierer gab, musste der 4., ich, natürlich auch noch in den Genuss des Schnapses kommen. Also haben wir eine 4. Runde drangehängt. Aber sie haben es nicht geschafft, der Turm ist bei dem Spieler vor mir eingestürzt und ich wurde vom Schnaps verschont.

Tag 5: Caprivi
Unsere Fahrt ging weiter durch den Caprivistreifen in Richtung Osten. Auch das nächste Camp war wieder direkt am Fluss, dem Kwando River. Hier waren wir allerdings etwas weiter vom Ufer entfernt, da mussten wir keine Angst vor den Krokodilen haben. Da nicht so viel Programm anstand, konnten wir eine Weile in den Hängematten am Pool relaxen bevor wir ein traditionelles Dorf, Kwando Village, besucht haben. Zuerst wurden wir in das Schaudorf gebracht, wo uns gezeigt wurde wie Essen zubereitet wird, Mausefallen funktionieren, gefischt und gejagt wird. Am Ende wurden noch verschiedene Tänze aufgeführt, unter anderem ein Hochzeitstanz bei dem ich mittanzen durfte. Am interessantesten fand ich dieses Jagdinstrument. Ihr könnt ja mal raten, was damit gejagt wird bzw. welches Tier zu hören ist.

Anschließend wurden wir durch das richtige Dorf geführt. Wir haben gesehen wie die Häuser gebaut werden, wie die Küche aussieht, einen Gemüsegarten und die Wasserpumpe bestaunt. Dies hier ist der Dorfladen, der leider geschlossen hatte. Mich hätte schon interessiert was es dort zu kaufen gibt. Zum Abschluss haben wir dann noch das traditionelle Bier, Tomba, probiert. Bier ist ja schon nicht mein Geschmack, aber das war noch viel schlimmer.

Tag 6: Caprivi - Chobe Nationalpark
Das erste Highlight des Tages erfolgt unerwartet schon auf unserer Fahrt durch den Caprivistreifen, ein Elefant überquerte die Straße. Weiter ging es nach Katima Mulilo, der einzig größeren Stadt. Hier mussten wir nochmal einkaufen und noch viel wichtiger US Dollar für das Visum nach Sambia auftreiben. Dies war gar nicht so einfach. Nur eine Bank hatte überhaupt Dollar vorhanden und dann hat der Kartenleser nicht funktioniert. Bei Lutz hat es geklappt, Norman musste erst Namibian Dollar abheben und diese dann wechseln und bei Inez hat gar nichts funktioniert, sodass sie erst Euros in Namibian Dollar und diese dann in US Dollar wechseln musste. Ich hatte meine US Dollar zum Glück schon in Windhoek besorgt. Aber auch dort war das nicht so einfach. Als wir dann doch alle mit genügend Dollars ausgestatte waren, ging es wieder über die Grenze nach Botswana. Im Niemandsland sahen wir erneut Elefanten, die gebadet haben. Auch hier mussten wir nochmal durch einen Veterinarian Checkpoint bevor wir in den Chobe Nationalpark fahren durften. Diesmal war die Lodge, Chobe Safari Lodge, richtig groß, fast schon riesig und dementsprechend waren wir hier nicht alleine, sondern umringt von deutschen Rentnern, Japanern und Amerikanern. Nachmittags sind wir dann wieder zu einer Bootsfahrt aufgebrochen. Hier gab es jede Menge Elefaten zu sehen. Ich glaub, es waren mindesten 100. Neben den Elefanten gab es noch jede Menge Vögel, Affen, Krokodile, Impalas, einen männlichen Kudu und Flusspferde. Highlight der Fahrt war der einzige Büffel der ganzen Reise und die Flusspferdattacke auf die Touriboote. Da waren die Boote ganz schnell weg.

Tag 7: Chobe Nationalpark - Livingstone
Der abenteuerlichste Grenzübertritt stand heute auf dem Programm. Da man nie weiß, was einem in Sambia erwartet, sind wir sehr früh aufgebrochen. Um nach Sambia zu kommen, muss man den Sambesi überqueren. Eine Brücke gibt es allerdings nicht, sondern nur diese Fähren. Auf dem Weg zur Fähre fuhren wir an einer kilometerlangen LkW Schlange vorbeit. Nachdem wir gesehen haben, dass auf eine Fähre nur ein LkW und maximal noch ein Auto dazu passt, war klar wieso die Schlange so lang war. Wir hatten Glück, an diesem Tag verkehrten 3 Fähren und als Auto wird man bevorzugt. Auf der sambischen Seite ging dann die Warterei los. Die Personen waren schnell abgefertigt, nachdem jeder seine 50 US Dollar für das Visum bezahlt hatte. Aber für das Auto braucht man zig Papier. Wir haben ca. 2h gewartet bis alle Papiere fertig waren. Das heißt wir haben einen guten Tag erwischt. Es kann schon auch mal 6h dauern. In Livingstone haben wir im Zambezi Waterfront Camp übernachtet. Ich glaub, dort übernachten alle Campingtouren. Auf jeden Fall waren fast alle Plätze trotz Nebensaison belegt. Außerdem musste man auf die Affen aufpassen, die gerne ins Zelt kommen oder nach allem möglichen zu Essen suchen. Zuerst wurden wir ins Aktivity Center gebracht, wo wir unsere Extraaktivitäten buchen konnten. Man kann eigentlich alles machen, von Touren zu den Fällen über Game Drives und Village Touren bis zu Helikopterflügen und Löwenspaziergängen. Ich habe mich für's Elefantereiten, einen Helikopterflug und einen Dinner Sunset Cruise entschieden. Nachmittags stand ein Besuch der Fälle auf dem Programm, für mich ging es aber zum Elefanten reiten, da dies der einzig freie Termin war. Ich wurde am Camp abgeholt und zu den Elefanten gebracht. Zuerst wurden uns ein paar Sicherheitshinweise gegeben und dann kamen auch schon die Elefanten. Uns wurde jeder Elefant und seine Macken vorgestellt und dann ging es auch schon los. Als Aufstiegshilfe gab es zum Glück eine Treppe, somit war das kein Problem. Eine Stunde sind wir durch den Nationalpark geritten. Wir haben auch Giraffen, Impalas, Affen und wilde Elefanten gesehen. Den wilden Elefanten darf man aber nicht zu nahe kommen, da sie sonst die anderen Elefanten attackieren. Zur Sicherheit ist auch immer ein Guide mit einer Waffe dabei. Mein Elefant, Marula, hatte wohl einen schlechten Tag. Er wollte nicht so ganz das machen, was der Trainer wollte. Nach dem Ritt durften wir unserem Elefant noch Leckerlis geben. Von unserem Ritt wurde auch ein Film gemacht den wir uns angeschaut haben. Der war mir dann aber doch zu teuer.
Abends haben wir zusammen in der Lodge gegessen, das war auch mal lecker und ein schöner offizieller letzter Abend.

Tag 8: Livingstone
Eigentlich ist die Reise nach dem Frühstück offiziell beendet, da ich aber die 2 Tage Rückfahrt mitgebucht habe, war der Tag für mich zur freien Verfügung.
Morgens hat mich Elias zu den Viktoriafällen gebracht, da ich ja am Tag zuvor nicht mitkonnte. Inez ist auch nochmal mitgekommen, weil es ihr so gut gefallen hatte. Zuerst haben wir uns die trockenen Punkte angeschaut. Dann ging es mit einem geliehenen Poncho weiter. Durch den vielen Nebel hat man eigentlich nicht viel gesehen, umso beeindruckender waren die Momente, wenn sich der Nebel gelichtet hat und die Sicht auf die Fälle frei wurde. Fotos kann man eigentlich so gut wie gar nicht machen, da immer ein Regenschauer niederprasselt. Am schönsten fand ich den Teil hinter dieser Brücke. Später hatte man dann auch einen mehr oder weniger freien Blick auf die Brücke zwischen Sambia und Simbabwe, von der man Bungee springen kann. Als wir zurück kamen, waren wir trotz des Ponchos total durchnässt. Aber es war wirklich beeindruckend. Anschließend haben wir uns noch kurz auf dem Handwerkermarkt umgeschaut, aber die Verkäufer waren so aufdringlich, dass das Schauen gar kein Spaß macht.
Auf dem Weg haben wir zufällig einen Guide gehört, der gesagt hat, dass man auf die Brücke zwischen Sambia und Simbabwe kann ohne aus Sambia offiziell ausreisen zu müssen. Das haben wir natürlich gleich ausprobiert und es hat tatsächlich funktioniert. Wir haben an der Grenze einfach gesagt, dass wir nur auf die Brücke wollen und haben dann einen Zettel mit einem Stempel bekommen den wir an der Kontrolle abgegeben musste. Also sind wir einmal die Brücke entlangspaziert, haben einer Person beim Bungee Jumping zugeschaut und sind wieder ohne Probleme nach Sambia zurück gekommen.
Mittags ging es dann zum Helikopterflug. Auch hier wurde ich wieder von Inez begleitet. Leider hat dieser nur 15min gedauert, aber man hat nochmal eine ganz andere Perspektive auf die Fälle und Helikopter fliegen hat auch Spaß gemacht.

Unsere letzte Aktivität war der Sunset Dinner Cruise. Um 16.30 Uhr ging es los. Alle Getränke und das Essen war inklusive. Das heißt die Bar wurde belagert und die Bootsfahrt war eher Nebensache. So arg viel hat es auch nicht zu sehen gegeben. Außer Vögel, die ich inzwischen alle schon zig mal gesehen hatte, war nur noch ein Krokodil zu sehen. Dafür war der Sonnenuntergang um so schöner. Leckeres Essen, einen Drink und einen Sonnenuntergang, das könnt ich ruhig öfters haben. Da die Fahrt schon um 19 Uhr vorbei war, waren wir noch in der "Campdisco". Außer Lutz, Inez und mir war niemand da. Wir hatten trotzdem jede Menge Spaß bis um 21 Uhr Ende war.


Tag 9: Livingstone - Rundu
Es hieß Abschied nehmen. Inez flog zurück nach Holland und wir anderen 3 machten uns auf die lange Heimfahrt Richtung Windhoek. Diesmal ging es auf direktem Weg zur Grenze und zurück nach Namibia. Im Caprivi hatten wir dann nochmal ein unerwartetes Highlight. Ein Leopard überquerte die Fahrbahn. Das sieht man echt nicht oft. Nach 11h Fahrt waren wir dann fast an unserem letzten Camp angelangt, aber eben nur fast. Wegen der Flut mussten wir unser Auto wieder stehen lassen und Zelte und Gepäck auf ein Boot umladen. Alle waren so kaputt, dass abends nicht mehr viel los war und am nächsten Tag nochmal eine lange Fahrt bevorstand. Auf der anderen Seite des Flusses ist übrigens Angola.

Tag 10: Rundu - Windhoek
Nochmal eine 10h Fahrt über die es eigentlich nichts zu berichten gibt. Irgendwann wussten wir alle nicht mehr wie wir sitzen sollten und haben versucht es uns so bequem wie möglich zu machen. Auf dem Weg haben wir Norman bei Africat Foundation abgesetzt, wo er ein paar Tage bleiben wird, bevor es für ihn zurück nach Norwegen geht. Um 18 Uhr war ich dann auch endlich wieder in meinem Zimmer total k.o. und froh wieder eine richtige Dusche und Bett zu haben, mich nicht vor Moskitos schützen zu müssen und nicht auf Krokoldile und Affen aufpassen zu müssen.