Kaum zu glauben, aber wahr, diese Woche war Halbzeit meines Aufenthaltes in Namibia. Die Zeit vergeht echt rasend schnell.
Diese Woche habe ich nochmal mit Anita in der Registratur gearbeitet. Es ist zwar sehr unterfordernd, aber da sie mich inzwischen viel selber machen lässt, ist es wenigstens nicht langweilig. Diese Woche haben wir alte Akten aufgearbeitet. Das hieß für mich in den Aktenschränken nach Akten suchen und wenn schon eine Akte da war den neuen Fall mit in den Schrank stecken und wenn noch keine Akte vorhanden war, eine neue Akte anzulegen. Außerdem habe ich den ganzen Postausgang der Woche gemacht. Dafür muss ich immer erstmal 2 Kopien der Briefe machen. Der Originalbrief geht an den Adressaten, eine Kopie geht in die Akte und die andere in die "daily file", wo alle Briefe der Woche gesammelt werden und die als Umlaufmappe an alle Investigatoren geht. Außerdem werden am Ende der Woche alle Briefe im Postausgangsbuch erfasst. Am Freitag habe ich mich also hingesetzt und in das Buch alle Adressaten, die Aktennummer, den Betreff und den zuständigen Bearbeiter reingeschrieben. Ich saß 2h daran bis ich endlich fertig war. Das könnte man auch gut am Computer machen!
Dafür war am Freitag schon um 13 Uhr Feierabend. Da am Sonntag Independence Day ist, gab der Premierminister allen Regierungsangestellten den halben Tag frei. Da kann man sich nicht beschweren.
Abends war ich diese Woche auch weg. Am Dienstag wurde im Goethezentrum ein Film gezeigt. Im Franco-Namiabin Center, dem Goethezentrum und einem amerikanischen Zentrum wird jeden Monat ein Film zum Thema Demokratie gezeigt. Der Film am Dienstag bildete den Auftakt. Gezeigt wurde "Iron Ladies of Liberia". Das ist eine Dokumentation über das erste Amtsjahr der Präsidentin, Ellen Johnson-Sirleaf. Sie ist die erste gewählte Präsidentin Afrikas. Ich fand den Film echt interessant.
Am Mittwoch war ich dann nochmal Champions League in der Sportsbar anschauen. Naja, nach dem 3:0 bin ich dann heim. Es war sowieso schon spät.
Am Donnerstag war ich bei einem Konzert im Zoopark. Diese Woche war jeden Abend ein Konzert an verschiedenen Orten in der Stadt aufgrund des Unabhängigkeitstages am Sonntag. Und da am Donnerstag ein Rockkonzert war und der Zoopark nicht so weit weg ist, bin ich dort hingegangen. Meine erste Beobachtung: schwarze Namibier mögen keinen Rock. Es waren nur ca. 100 Leute da, obwohl es kostenlos war. Und der Anteil der Weißen war überproportional groß. Die zweite Beobachtung: Die schwarzen Bands können meiner Meinung nach keine Rockmusik machen. Insgesamt habe ich 4 Bands, immer im Wechsel weiß und schwarz, gehört. Die erste war richtig super. Die zweite ging gar nicht. Die Musik sollte Rockgospel darstellen. Die Melodie und alles war auch ganz ok, aber der Sänger ging gar nicht. Der hat sich angehört wie ein kranker Esel. Die dritte Band war wieder gut und die vierte war nicht so ganz mein Geschmack, sodass ich dann gegangen bin. Eigentlich war das ganze Konzert auch mehr Umbauarbeiten als Musik. Jede Band hat 4 Lieder gespielt und dann wurde gewechselt.
Am Freitag habe ich es gewagt eine Spätzlespfanne zu essen. Allerdings nur weil der Hamburger, den ich eigentlich wollte, aus war. Ich würde sagen, es bleibt eine einmalige Erfahrung. Es hat einfach nach nichts geschmeckt. Da esse ich heute Abend dann doch lieber mal wieder Eland, Oryx oder Kudu. Je nachdem was Domingo heute im Angebot hat.
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