Am Samstag hatte ich vor einen kulturellen Tag zu machen. Zuerst wollte ich in die National Art Gallery und dann zur Alten Feste, wo es auch ein Museum gibt. Jedoch musste ich feststellen, dass mein Reiseführer von den Öffnungszeiten hier gar keine Ahnung hat. Bei der National Art Gallery angekommen, stand ich vor verschlossenen Türen. Leider hat die Gallery samstags zu. Also ging es weiter am alten Präsidentenpalast vorbei, wo ich gezwungen wurde die Straßenseite zu wechseln, zur Alten Feste. Dort erwartete mich erstmal eine positive Überraschung. Das Reiterdenkmal stand wieder. Es wurde vor ein paar Monaten abgebaut, weil dort jetzt das Independence Museum gebaut wird. Und seit letztem Freitag steht es jetzt an seinem neuen Platz vor der alten Feste. Es erinnert an die gefallenen deutschen Soldaten.
Nun war ich also dort und stand wieder vor verschlossenen Türen. Aber hier hatte ich mehr Glück, mein Reiseführer hatte sich nur um eine Stunde vertan. Ich musste also nur noch 20min warten bis dann jemand kam und die Türen öffnete.
Im Museum gibt es 3 Themen. Als erstes habe ich mir die Ausstellung über Felsenzeichnungen angeschaut. Das war mir aber zu textlastig und außerdem werd ich mir auch noch Zeichnungen in Natura ansehen. Also bin ich schnell in die nächste Ausstellung. Diese handelt von der Geschichte Namibias. Zuerst wurden verschiedene Stammeshäuptlinge vorgestellt, die zur Kolonialzeit eine wichtige Rolle gespielt haben. Weiter ging es dann mit dem Unabhängigkeitskampf. In einem Raum hingen Fotos von allen namibischen Gefangenen auf Robben Island. Außerdem gab es noch Karten, auf der markiert war, wo die meisten im Exil gelebt haben. Weiter ging es dann mit den "Vorbereitungen" zur Unabhängigkeit. Es gab eine UN Resolution, die die Unabhängigkeit in die Wege geleitet hat. Ein Raum war den ganzen UN Helfern gewidmet. Dort wurden die Flaggen und Uniformen der Länder aus denen die UN Helfer kamen ausgestellt. Vor der Unabhängigkeit musste zuerst gewählt werden. Die gewählten Mitglieder haben dann die Verfassung mit vorgegebenen Eckpunkten ausgearbeitet. Zu sehen waren z.B. Werbung um sich für die Wahl registrieren zu lassen und eine Übersicht der Programme der Parteien. Sehr interssante fand ich, dass alle Parteien als angestrebte Staatsform die Demokratie angegeben hatte, nur eine war sich noch nicht sicher. Und genau diese Partei wurde mit großer Mehrheit gewählt und ist heute immernoch an der Macht. Am Ende der Ausstellung wurden noch alle Minister und der erste Präsident vorgestellt.
Die 3. Ausstellung kam mir etwas fehl am Platz vor. Sie bestand aus 4 Räumen, einer mit alten Küchengeräten, einer mit alten Instrumenten, einer mit alten Badezimmereinrichtungen und nochmal einer mit alten Möbeln. Den Sinn in dieser Ausstellung hab ich nicht gesehen.
Nachdem es immernoch recht früh war, und ich alles interessante und offene von Windhoek jetzt kenne, habe ich beschlossen ein bisschen shoppen zu gehen. Ich hätte mir vielleicht einen anderen Tag aussuchen sollen. Winterschlussverkauf ist nichts gegen die Massen, die am Samstag unterwegs waren. Die Erklärung ist jedoch ganz einfach. Ende des Montats = es gab Gehalt. Vor den Geldautomaten gab es mega lange Schlangen und es gibt echt an jeder Ecke zig Automaten. Nächstes Wochenende wird wahrscheinlich schon kaum wieder was los sein, weil alle ihr Geld schon ausgegben haben. Nachdem es mir dann doch zu voll wurde, bin ich ins Craft Center. Dort gibt es alle möglichen Handwerkskünste zu kaufen, von Holzschnitzerein über Tücher und Teppiche bis zu Diamanten. Ich hab mich dann dort ins Café gesetzt und einen leckeren Schokoladenkuchen mit selbst gemachtem Schokoladeneis gegessen. Das war richtig lecker!
Abends war ich mit Boris Sportschau schauen. Im "Wirtshaus" kann man samstags die Sprtschau ansehen. Also sind wir trotz beginnendem Regen dort hingelaufen. Das Ambiente war nun nicht so ganz mein Fall. Lauter rauchende ältere deutschsprachige Herren mit ein paar jungen Namibianerinnen. Aber ich habe Sportschau gesehen und Olympia. Meine ganze Olympiabilanz 2010 ist der 1. Durchgang des Herrenslaloms. Über Olympia wurde hier nämlich gar nichts berichtet, noch nichtmal in der deutschsprachigen Zeitung.
Am Sonntag wollte ich eigentlich eine Stadtrundfahrt mit dem Doppeldeckerbus machen. Aber es mangelte an weiteren Interessenten und für mich alleine fuhr der Bus einfach nicht. Also hab ich mir für das Geld, dass für die Stadtrundfahrt eingeplant war, eine Hose gekauft. Davon werd ich wahrscheinlich auch mehr haben.
Abends bin ich dann reiten gegangen. Auf einer Farm in der Nähe gibt es eine Britin, die Ausritte anbietet. Es war total schön in den Abendstunden zuerst durch ein Riviere(trockenes Flussbett) und dann durch die Berge zu reiten. Passend zum Sonnenuntergang gab es dann noch ein paar Snacks und fast im Dunklen ging es zurück zur Farm. Ein paar Tiere hab ich während des Rittes auch gesehen, vor allem Spinnen und verschieden Vögel, die ich nicht weiß wie sie heißen. Aber am Ende lief auch etwas katzenartiges über den Weg.
So ging also mal wieder ein Wochenende viel zu schnell vorbei. Jetzt ist schon ein Monat rum und nur noch 2 weitere, die eigentlich schon ziemlich verplant sind.
Hier noch ein paar Bilder als Belohnung fürs Lesen;)
Die alte Feste mit dem Reiterdenkmal

Sunset Ride

Mittagstisch, ich hab es nicht probiert, die Enttäschung wäre wahrscheinlich zu gr0ß gewesen.












